Das Damwild

Ebenfalls in teilweise großen Verbänden, den Rudeln, lebt das Damwild. Die männlichen Tiere bilden jedes Jahr neu je nach Alter und Veranlagung große Geweihschaufeln aus, die im Frühjahr abgeworfen werden. Unter der sog. Basthaut wächst dann unmittelbar ein neues Geweih heran. Sowohl die weiblichen als auch die männlichen Tiere wechseln jahreszeitlich ihr Kleid, verändern also also Fellstruktur und Farbe. Im Winter sind sie einheitlich dunkel, im Sommer mit hellen Punkten im Fell, immer der Umgebung bestmöglich angepasst (Besonderheit: die weißen Tiere bleiben hell).

Das Damwild zählt, wie auch das Rotwild und das Rehwild, zu den Wiederkäuern, hat also im Gegensatz zu uns Menschen und den Wildschweinen vier verschiedene Mägen, die nach und nach die aufgenommenen Gräser, Kräuter, Rinden usw. zerreiben und verdauen. Es benötigt daher nach der aktiven Nahrungsaufnahme stets Ruhezeiten, in denen die Nahrung verdaut wird.

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Das Damwild ist das genügsamste unter den Hochwildarten in unserer Heimat. Es ernährt sich im Wesentlichen von dem, was es an Pflanzen und Früchten in seiner Umgebung findet. In den, besonders in mageren Winterzeiten, gern gefressenen Baumrinden sind viele Mineralien enthalten, so dass die Tiere bei sonst knappem Nahrungsangebot ganze Bäume schälen, sehr zum Leidwesen der Förster, denn diese Baume stehen in Gefahr abzusterben.

Im Gehege nehmen sie mit dem Vorlieb, was sie dort finden. Allerdings erhalten sie ergänzendes Futter, um eine Nahrungsvielfalt zu sichern.

Sie äsen, wie der Jäger zur Nahrungsaufnahme sagt, in Intervallen von 3 bis 4 Stunden. Im Sommer, wenn der Nahrungsbedarf wegen der Säugung der Kälber besonders hoch ist und die Hirsche ihre Geweihschaufeln neu bilden, verbringen sie sogar 80% des Tages damit.

Im Winter stellen sich die Tiere auf das knappe Nahrungsangebot ein, ihre Körper schalten dann auf absolute Sparflamme. Sie ruhen viel, liegen eng beieinander, um den Energiehaushalt so gut wie möglich zu schonen. Jedes Aufjagen durch unwissende Besucher oder frei laufende Hunde ist eine enorme, kräftezehrende Störung.

Im Wildpark Malente bewegt sich das Damwild im Gelände frei. Die Tiere sind zutraulich, es sei denn, sie werden gejagt, und sind für manchen artgerechten Leckerbissen (alle bei uns vorkommenden Naturfrüchte) dankbar.